Eine Maschinenübersetzung ist ein Entwurf. Legen Sie Ihre Fachbegriffe in einem Glossar fest und lassen Sie jeden Text, der nach außen geht, von einem Menschen freigeben.
Wer im Betrieb englische Produkttexte braucht
Ein Zulieferer bekommt eine Anfrage aus den Niederlanden. Der Vertrieb braucht die Produktbeschreibung auf Englisch, der Shop braucht sie am besten gleich dazu. Bisher übersetzt das jemand nebenbei, oder es bleibt liegen. Produkttexte mit KI übersetzen heißt: Die Maschine liefert schnell einen Entwurf, und ein Mensch entscheidet, was veröffentlicht wird.
Unser Vorschlag ist ein Ablauf mit der DeepL-API: Fachbegriffe kommen in ein Glossar, Texte und Dateien laufen über eine feste Schnittstelle, und jede Übersetzung geht durch eine kurze Kontrolle, bevor sie nach außen geht. Dies ist ein recherchierter Ablaufvorschlag anhand der Herstellerdokumentation. Thümmler AI hat dafür keinen eigenen Produkttest durchgeführt, und es steckt kein Kundenbericht dahinter.
Was Sie vor dem ersten Schritt brauchen
Sie brauchen ein DeepL-Konto mit API-Schlüssel, eine Liste Ihrer Fachbegriffe und eine benannte Person, die Texte freigibt. Die Dokumentation beschreibt die Authentifizierung über den Header „Authorization: DeepL-Auth-Key“. Der kostenlose Tarif spricht dabei eine eigene Adresse an: statt api.deepl.com wird api-free.deepl.com verwendet. Wer das verwechselt, bekommt keinen brauchbaren Fehler, sondern einen abgelehnten Schlüssel. Einstieg und Authentifizierung.
- Zugang: API-Schlüssel und die zum Tarif passende Basisadresse. Den Schlüssel in einem Passwortspeicher ablegen, nicht in einer Tabelle oder in einer Vorlage.
- Kontingent: Für DeepL API Free nennt die Dokumentation 500.000 Zeichen pro Monat. Ob ein neues kostenloses Konto derzeit noch angelegt werden kann, klären Sie beim Anlegen des Schlüssels.
- Technische Grenzen: Für Anfragen an die Textübersetzung nennt die Dokumentation höchstens 128 KiB Gesamtgröße und 16 KiB für den Header. Ein langer Katalog wird dort also in mehrere Aufrufe geteilt. Für hochgeladene Dateien gilt diese Grenze nicht, sondern die tarifabhängige Dateigrenze weiter unten.
- Fachliche Vorbereitung: Zwanzig bis fünfzig Begriffe, die im Betrieb immer gleich heißen sollen, reichen für den Anfang völlig aus.
- Zuständigkeit: Wer gibt frei, wer pflegt das Glossar, und was passiert mit einem Text, der noch nicht freigegeben ist?
Schritt 1: Das Glossar mit Ihren Begriffen anlegen
Ein Glossar erzwingt Ihre Schreibweise. Wenn Ihr Bauteil im Englischen „clamping jaw“ heißt und nicht „gripper“, gehört genau das hinein. Die Dokumentation nennt 35 unterstützte Sprachpaare und zwei Formate: tsv als Standard und csv. Je Begriff und auch für den Namen des Glossars gelten höchstens 1024 UTF-8-Bytes; ein Glossar darf bis 10 MiB groß sein, und je Konto sind 1000 Glossare erlaubt. Glossarformate und Grenzwerte.
Beginnen Sie mit einer Tabelle aus zwei Spalten: links der deutsche Begriff, rechts die verbindliche Übersetzung. Nehmen Sie nur Begriffe auf, die wirklich eindeutig sind. Ein Wort, das je nach Zusammenhang zwei Bedeutungen hat, richtet im Glossar mehr Schaden an als Nutzen, weil es dann überall gleich ersetzt wird. Produktnamen, Bauteilbezeichnungen, Einheiten und feste Bezeichnungen aus Ihren Datenblättern sind gute Kandidaten.
Schritt 2: Einzelne Texte übersetzen und die Anrede steuern
Beim Übersetzen bestimmen Sie mehr als nur die Zielsprache. Der Parameter „formality“ kennt die Werte default, more, less, prefer_more und prefer_less; er wird nicht von jeder Zielsprache unterstützt. Für Shop-Inhalte ist „tag_handling“ mit xml oder html wichtig, damit Auszeichnungen nicht mitübersetzt werden. Bis zu fünf Glossare lassen sich über „glossary_ids“ angeben. Die Antwort enthält neben dem Text auch die erkannte Ausgangssprache und „billed_characters“. Parameter und Antwortfelder.
Nützlich ist der Parameter „context“: Er liefert Hintergrund, wird selbst nicht übersetzt und laut Dokumentation auch nicht abgerechnet. Ein Satz wie „Text aus einem Katalog für Spannwerkzeuge“ kann die Wortwahl verbessern, ohne Zeichen zu kosten. Prüfen Sie das an eigenen Beispielen, statt es als feste Verbesserung anzunehmen.
Ein Punkt entscheidet darüber, ob Ihr Glossar überhaupt greift: Die Ausgangssprache muss ausdrücklich gesetzt sein. Die Dokumentation schreibt zu „glossary_id“ und „glossary_ids“ jeweils, dies setze den Parameter „source_lang“ voraus; die Glossarseite hält fest, dass Glossare derzeit nicht mit automatischer Spracherkennung verwendet werden können. Wer die Ausgangssprache weglässt und sich auf die Erkennung verlässt, übersetzt also ohne seine Fachbegriffe. Die gesetzte Ausgangssprache muss außerdem zum Sprachpaar des Glossars passen.
Legen Sie die Einstellungen einmal fest und schreiben Sie sie auf: Ausgangssprache, Zielsprache, Anredeform, Glossar, Umgang mit Auszeichnungen. Sonst entstehen über Monate drei verschiedene Übersetzungsstände desselben Produkts. Wie man so einen Ablauf vorher mit Prüffällen absichert, beschreibt unser Testplan für KI-Agenten.
Schritt 3: Ganze Dateien statt Kopieren und Einfügen
Für Datenblätter und Präsentationen lohnt die Dokumentenübersetzung. Die Dokumentation listet unter anderem docx, pptx, xlsx, pdf, html, txt, xliff, srt, idml, xml und json; Bilder sind als Beta gekennzeichnet. Beim Upload erhalten Sie eine document_id und einen document_key. Dieser Schlüssel verschlüsselt laut Hersteller das hochgeladene und das übersetzte Dokument auf dem Server und muss bei jeder weiteren Anfrage zu dieser Datei mitgeschickt werden. Geht er verloren, kommen Sie an das Ergebnis nicht mehr heran. Dokumenten-Endpunkt und Formate.
Die Übersetzung läuft nicht sofort durch. Der Status steht auf queued, translating, done oder error; während der Bearbeitung gibt es eine Schätzung in Sekunden, nach Abschluss die abgerechneten Zeichen. Wichtig für die Kostenplanung: Abgerechnet wird laut Dokumentation erst nach einem erfolgreichen Download. Statusabfrage.
Achten Sie auf die Dateigrenzen, die sich je Tarif unterscheiden. Für Word nennt die Übersicht im kostenlosen Tarif 10 MB und 500.000 Zeichen, im Pro-Tarif 100 MB und 1 Million Zeichen; für Excel im Pro-Tarif 30 MB. Eine große Preisliste mit eingebetteten Bildern kann an der Dateigröße scheitern, lange bevor die Zeichen ein Thema werden. Übersicht der Grenzwerte.
Woran die Übersetzung vor der Freigabe bestehen muss
Diese Prüffälle sind Empfehlungen für die Abnahme. Sie wurden hier nicht mit einem produktiven Zugang ausgeführt. Nehmen Sie echte Texte aus Ihrem Bestand und nicht die Beispiele aus der Dokumentation.
- Fachbegriffe: Zehn Begriffe aus dem Glossar kommen in der festgelegten Schreibweise heraus, auch mitten im Satz und in der Mehrzahl.
- Zahlen und Einheiten: Maße, Toleranzen, Artikelnummern und Preise stehen unverändert und vollständig im Zieltext.
- Auszeichnungen: Links, Listen und Formatierungen aus einem Shop-Text bleiben erhalten und sind nicht übersetzt worden.
- Rechtlich heikle Stellen: Garantie, Haftung, Lieferbedingungen und Sicherheitshinweise gehen immer an einen Menschen, auch wenn der Rest automatisch läuft.
- Fehlerfall: Bei Status error oder abgebrochenem Download entsteht keine halbe Datei im Freigabeordner, und der Vorgang bleibt sichtbar offen.
Typische Fehler, die Zeit und Geld kosten
Die meisten Probleme entstehen nicht in der Übersetzung, sondern drumherum.
- Alles auf einmal: Der komplette Katalog wird übersetzt, bevor jemand zwanzig Sätze gelesen hat. Beginnen Sie mit einer Produktgruppe.
- Glossar zu voll: Jeder halbwegs passende Begriff wandert hinein. Mehrdeutige Wörter erzwingen dann falsche Ersetzungen.
- Doppelte Läufe: Derselbe Text wird mehrfach geschickt, weil kein Vermerk festhält, was schon übersetzt wurde. Das kostet Zeichen ohne Ergebnis.
- Kein Rückweg: Das Original wird überschrieben. Bewahren Sie Ausgangstext, Übersetzung und Freigabevermerk getrennt auf.
- Freigabe nur auf dem Papier: Wer freigibt, muss die Zielsprache auch lesen können. Sonst ist die Kontrolle nur ein Klick.
Was kostet das und was zählt als Zeichen?
Abgerechnet wird nach Zeichen. Die Dokumentation zählt Unicode-Codepunkte: Jedes Zeichen zählt einzeln, unabhängig von der Sprache. Über die Verbrauchsabfrage sehen Sie „character_count“ und „character_limit“ für den laufenden Zeitraum, wobei das Limit eine gesetzte Kostenkontrolle abbildet. Ist das Kontingent aufgebraucht, antwortet die Schnittstelle mit Status 456; diese Anfrage darf nicht einfach wiederholt werden. Verbrauch und Kontingent.
Zu den Preisen nennen wir hier bewusst keine Beträge: Die deutschen Preisseiten von DeepL ließen sich am Prüftag nicht als Quelle auswerten, und das Hilfecenter antwortete mit einer Zugriffssperre. Rechnen Sie deshalb vor dem Start selbst: Zeichenmenge Ihrer Texte messen, den aktuellen Tarif auf der Preisseite von DeepL nachlesen und eine Kostenkontrolle im Konto setzen, bevor Sie größere Mengen schicken.
Rechnen Sie außerdem die Arbeitszeit mit, die nach der Übersetzung anfällt: Kontrolle, Korrekturen, Glossarpflege und die Pflege im Shop oder im Katalogsystem. Eine ähnliche Rechnung gilt für andere Textabläufe, etwa beim Vorsortieren eines gemeinsamen E-Mail-Postfachs: Der Zeitgewinn zeigt sich erst nach der Nacharbeit.
Datenschutz: Was den Betrieb verlässt
Bei diesem Ablauf verlassen Ihre Texte das Haus. Das ist bei Produktbeschreibungen meist unkritisch, bei Angeboten mit Kundennamen oder bei Personalunterlagen nicht. Klären Sie vor dem Start, welche Textarten überhaupt übersetzt werden dürfen, und entfernen Sie personenbezogene Angaben, die für die Übersetzung nicht gebraucht werden. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag gehört zu dieser Klärung dazu; das ist eine Aufgabe für Ihre Rechtsberatung, nicht für die Technik.
DeepL gibt auf der eigenen Seite zur Datensicherheit an, Texte würden nie ohne Einwilligung zum Trainieren der Modelle verwendet, und verweist auf geltende EU-Datenschutzanforderungen sowie eine Prüfung nach SOC 2 Typ II. Das sind Herstellerangaben, die wir hier wiedergeben und nicht unabhängig geprüft haben. Angaben zur Datensicherheit.
Wenn Texte den Betrieb grundsätzlich nicht verlassen dürfen, ist ein anderer Weg die bessere Wahl. Wie ein Modell vollständig auf dem eigenen Rechner läuft, zeigt unsere Anleitung KI ohne Cloud nutzen.
Häufige Fragen
Kurz beantwortet, was Betriebe vor dem ersten Versuch fragen.
- Wie lange dauert die Einrichtung? Glossar und ein erster Testlauf sind an einem Vormittag machbar, wenn die Begriffsliste schon existiert. Die Abstimmung darüber, wer freigibt, dauert meist länger als die Technik.
- Brauche ich Programmierkenntnisse? Für die Schnittstelle ja, zumindest für ein kleines Skript oder eine Automatisierung. Für einzelne Dokumente reichen die fertigen Oberflächen von DeepL; das Glossar bleibt in beiden Fällen der wichtigste Teil.
- Ersetzt das ein Übersetzungsbüro? Für Entwürfe, interne Texte und große Mengen hilft es deutlich. Für Verträge, Sicherheitshinweise und Werbetexte, die wirken sollen, bleibt die menschliche Übersetzung oder zumindest das Lektorat die Grundlage.
- Was mache ich mit PDF-Dateien? Sie sind als Format aufgeführt, Layout und Tabellen sind aber die häufigste Fehlerquelle. Übersetzen Sie wenn möglich die Quelldatei, aus der das PDF entstanden ist.
Quellenstand und Einordnung
Geprüft am 19.09.2026. Alle Produktangaben in diesem Beitrag stammen aus geöffneten Originalseiten der DeepL-Entwicklerdokumentation und der deutschen Seite zur Datensicherheit. Der Beitrag beschreibt eine seit Längerem verfügbare Schnittstelle und behauptet keinen heutigen Produktstart.
Preise nennen wir nicht, weil die Tarifangaben am Prüftag nicht aus einer geöffneten Originalseite zu belegen waren. Ob der kostenlose API-Tarif für neue Konten noch angeboten wird, konnten wir aus denselben Gründen nicht bestätigen; die Dokumentation nennt für diesen Tarif weiterhin 500.000 Zeichen pro Monat. Weitere Anleitungen zum Nachbauen finden Sie unter KI-Anwendungen für Unternehmen, und wenn Sie den Ablauf für Ihren Betrieb durchsprechen möchten, nutzen Sie die kostenlose Erstberatung.
Quellen & Stand
Quellen zuletzt geprüft: 19.09.2026. Herstellerangaben und unsere Einordnung werden im Text unterschieden.
- DeepL: Einstieg in die API
- DeepL: Nutzung und Grenzwerte
- DeepL: Glossare
- DeepL: Text übersetzen
- DeepL: Dokumente übersetzen
- DeepL: Status eines Dokuments abfragen
- DeepL: Verbrauch und Kontingent
- DeepL: Datensicherheit
Korrekturhinweise: [email protected].
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